„gute aussichten“ in den Hamburger Deichtorhallen

Meldung vom 16. Januar 2015

Für seine Bachelorarbeit „spuren.“ folgte HAW-Absolvent Kolja Warnecke sechs Monate dem Leben einer Zufallsbekanntschaft. Seine Arbeit wurde von der Jury des Nachwuchsförderungsprojekts „gute aussichten – junge deutsche Fotografie“ ausgewählt.

Neben Warnecke wurden sieben weitere Nachwuchs-FotografInnen geehrt. Ein Preisgeld gibt es nicht – stattdessen können sich die Preisträger über das Erscheinen eines Katalogs aller ausgezeichneten Arbeiten sowie die Teilnahme an Ausstellungen und Aktionen freuen. Vom 22. Januar bis zum 8. März 2015 werden „gute aussichten“ im Haus der Photographie, Deichtorhallen in Hamburg gezeigt.

115 Beiträge aus 40 Institutionen sind bei dem Wettbewerb eingereicht worden. Die Jury – bestehend aus FotografInnen, JournalistInnen und Kunsthistorikerinnen – entschied sich für Arbeiten, die „dem Leben dicht auf Spur“ sind. „Die Themen Tod, Migration, gesellschaftliche Diskriminierung, Einsamkeit, Isolation, Verzweiflung stehen Freude, Erkenntnis, Vielfalt und schöpferischer Kraft gegenüber. Mit ihren Werken fordern uns die Fotografen unverblümt heraus. Sie geben sich nicht zufrieden mit dem einfachen Ablichten. Sie sind auf der Suche nach Anzeichen, Hinweisen, nach Anklängen, Fährten, Zwischentönen. Sie zeigen die Spuren, die das Leben bei uns hinterlässt. Sie geben uns einen Geschmack davon, wie es um uns und unsere Gesellschaft bestellt ist – wie es William Gibson, der amerikanische Autor und Erfinder des ‚Cyberspace‘, so treffend formulierte: ‚Misstrauen Sie (stets) dem unverwechselbaren Geschmack.'“

Kolja Warnecke hatte Bea, die Frau mittleren Alters, die er monatelang porträtiert hat, bei einer früheren Foto-Serie in einem Swinger-Club kennengelernt. Einmal in der Woche trafen sie sich irgendwo draußen oder in ihrer Wohnung. Aus der Begründung der Jury: „Warneckes Bilder sprechen von Nähe und Distanz, von Einladung und Verweigerung, von Abwehr und Bereitschaft. Allmählich fügten sich die ’spuren.‘ zusammen zu einem Bild von Trauer und Verletzung, von traumatischen Erlebnissen, dem Versuch, die Vergangenheit zu überwinden, und dem sehnsüchtigen Wunsch, ein ganz ’normales‘ Leben zu führen. Kolja Warnecke wagt eine visuelle Erzählung, in der viele Gesichter das Unsagbare erahnen lassen.“

Vernissage: Donnerstag, 22. Januar 2015 um 19 Uhr

Ort: Deichtorhallen, Haus der Photographie, Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg

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