Auftakt Triennale Photografie 2018 – Studierende der HAW Hamburg stellen im Altonaer Museum aus

Meldung vom 8. Juni 2018

„Es geht darum, wie wichtig ein Zuhause ist und inwiefern diese private Sache des Zuhauseseins auch mit großen politischen Sachverhalten zu tun hat“, erklärt Kurator Nico Baumgarten bei Ausstellungseröffnung im Foyer des Altonaer Museums Publikum. Da geht es beispielsweise um die persönliche Geschichte von Joseph Maher der von Homs in Syrien nach Moers in Deutschland geflüchtet ist – oder aber um die Esso-Häuser in Hamburg.

Sechs Studierenden Antonio Adam, Signe Heldt, Hasibe Lessmann, Teresa Pistorius, Marie Hoffmann und Evan Berg aus dem Department Design der HAW Hamburg, zeigen ihre Arbeiten, die im Rahmen eines Semesterprojekts für die Ausstellung ausgewählt wurden.
Dieses Projekt findet zum ersten Mal in dieser Form statt. Prof. Vincent Kohlbecher und Prof. Linn Schröder erzählen, wie es angefangen hat: „Wir wurden ein Jahr vor der Triennale direkt von Stefan Rahner angesprochen mit dem Vorschlag ein Projekt zum Thema [HOME] zu leiten“, erzählt Kohlbecher. Der Vorschlag den Titel mit „Haus/Behausung/Obdach“ offener zu gestalten, kam von den Dozenten. Die Studierenden arbeiteten sehr. Der Begriff Obdach zum Beispiel wurde von einigen Studierenden in seinem offensichtlichen Zusammenhang zur Obdachlosigkeit betrachtet. So auch von Hasibe Lesmann, die in ihrem Projekt die Schlafplätze von Hamburger Obdachlosen fotografierte.

Marie Hoffmann und Teresa Pistorius realisierten ihre Arbeit „350 Lumen“ als Team. 350 Lumen steht für die Lichtstärke der Taschenlampe, mit der die beiden Designerinnen im Dunkeln verschiedene Behausungen ausgeleuchtet haben.  „Es war ein sehr aufwendiges Projekt, weil wir die Fotos nur nachts machen konnten und viel ausprobieren mussten. Aber es macht so viel Spaß, dass wir es auch nach der Ausstellung weiterführen werden“, so Teresa Pistorius.

Antonio Adam beschreibt seine Fotografien, die im Wald entstanden, sind als Phantasieraum. „Es sind eher Vorstellungen von Behausung oder Metaphern, die an Unterschlüpfe aus der Kindheit oder aus der Survival-Szene erinnern.“ Die „Behausungen“ sind vielmehr intuitive Grundformen wie die Blätter eines Baumes, die sich als Dach aufspannen oder aus Ästen gebaute A-Frames. Für das Projekt hat er viele lange Spaziergänge durch Wälder gemacht, Unterschlüpfe gebaut, Lagerfeuer gemacht und gekocht – und natürlich fotografiert. „Ich will mit den Bildern den Wald als Lebensraum zeigen. Es kann ein Rückzugsort aber auch Schutzraum sein. Nicht nur physisch, sondern auch als mentaler Erholungsort.“

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